Dialyseverein Lingen

Sammeln und Trocknen

Das Sammeln und Trocknen von Kräutern

Vom Sammeln der Heilkräuter:

Einige Kenntnisse über das Sammeln der Heilkräuter sind für den Erfolg der späteren Anwendung notwendig, wenn man es nicht vorzieht, die Teekräuter oder fertige Teepräparate in Apotheken, Drogerien oder sonstigen Spezialgeschäften zu kaufen.

Gesammelt werden ausschließlich vom Sammler sicher bestimmte, nicht unter Naturschutz stehende Pflanzen. Das ist selbstverständlich. Dennoch sei es hier ausdrücklich wiederholt. Auf dieser Seite werden vollkommen oder teilweise geschützte Pflanzen nicht vorgestellt. Aber auch die ungeschützten Pflanzen dürfen an der Sammelstelle nicht vollständig weggeerntet werden. Außer für das Wildgemüse und den Wildkräutersalat werden die Pflanzen im Allgemeinen in voller Reife, eben erblüht, eingeholt. Die Pflanzen sollen an sonnigen Tagen (sie müssen völlig trocken sein), am besten am späten Vormittag, geschnitten und gepflückt werden. Sie sind in einem luftigen Korb (nicht in der Plastiktüte) locker liegend zu befördern, um jede Gärung zu vermeiden. Blüten ebenfalls um die Mittagszeit, gerade aufgeblüht, einsammeln. So weit nur das Kraut und die Blüten benötig werden, sind die Pflanzen vorsichtig so abzuschneiden, dass am Stumpf noch einige Blätter verbleiben. So kann die Pflanze nachwachsen. Keinesfalls die Wurzeln ausreißen, wenn sie nicht benötigt werden.

Es ist auch darauf zu achten, dass nur einwandfreies, gesundes, sauberes, nicht von Insekten und anderen Tieren angefressenes Material ohne Nebenprodukte, wie Nadeln, Laub, Moos oder Gras eingeholt wird. Trotzdem sollte das Sammelgut zu Hause noch mal sorgfältig verlesen werden, bevor es getrocknet wird.

Beeren, Früchte und Samen werden zur Zeit der ersten Reife geerntet. Wenn nötig, zu Hause nachreifen lassen.

An stark befahrenen Straßen sollte keinesfalls gesammelt werden. Auch die direkte Nähe von Feldern und Anpflanzungen, die mit Dünger- und Unkrautvertilgungsmitteln behandelt werden, sollte gemieden werden.

Vom Trocknen der Heilkräuter:

Das Trocknen sollte sofort nach dem Sammeln beginnen. Geeignet ist ein Holzrahmen mit engmaschigem, verzinkten Draht. Nötig ist ein schattiger, aber luftiger Platz und natürlich trockenes, sonniges Wetter. Alle Fremdstoffe (Pflanzen, Erde usw.) werden sorgsam aussortiert. Dann werden die Pflanzen in dünner Schicht in den Holzrahmen gelegt: auf Belüftung, auch von unten, ist zu achten.

Jede Heilpflanze wird für sich getrocknet. Trotz des luftigen Standortes und der dünnen Lage empfiehlt es sich, das Pflanzengut jeweils nach zehn bis zwölf Stunden zu wenden. Von der Außenfeuchtigkeit geschützte Plätze, wie Dachböden sind ebenfalls gut geeignet. Dort können ganze Pflanzen (zum Beispiel Brennnesseln) auch in kleinen Bündeln, auf die Wäscheleine gezogen, getrocknet werden.

Auf die Temperatur achten

Verlockend ist natürlich bei künstlicher Wärme zu trocknen. Dann aber muss sehr gut auf die Temperatur geachtet werden. Alle stark riechenden Pflanzen (sie enthalten ätherische Öle) dürfen nur bis 35 Grad Celsius getrocknet werden. Andere Pflanzen vertragen 50 bis höchstens 60 Grad Celsius: Die Pflanzen sind trocken, wenn sie bei Berührung rascheln und die Stengel hörbar brechen.

Die getrockneten Heilpflanzen werden zerkleinert und jede Art für sich in gut schließenden Gefäßen (vor Feuchtigkeit geschützt) aufbewahrt. Das Trockengut verliert nach etwa einem Jahr seine wesentliche Heilwirkung. Dann muss es erneuert werden.

Sammeln, Trocknen, Aufbewahren von Heilpflanzen ist nicht unproblematisch. Deshalb empfiehlt sich unter Berücksichtigung unserer allgemeinen Lebens- und Wohnverhältnisse der Erwerb qualitätsgeprüfter Heilkräuterdrogen beim Fachhandel.